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[Focus On] Hayao Miyazaki

Hi Leute,

es ist Zeit! Wie Anfang des Jahres angekündigt wurde, soll aniBlu um eine neue Sparte erweitert werden. Wir werden euch darin mit Hintergrundinfos rund um Anime, abseits von BD-Reviews, versorgen. Überlegen mussten wir nicht lange welches Thema den Anfang machen soll. In diesem Artikel stellen wir euch Hayao Miyazaki, Regisseur von „Prinzessin Mononoke“ und „Chihiros Reise ins Zauberland“ sowie Drehbuchautor von „Arrietty: Die wundersame Welt der Borger“ und „Kaze Tachinu“ vor.

Hayao Miyazaki (72, jap.: 宮崎駿) wurde als zweiter von insgesamt vier Söhnen des Flugzeugunternehmers Katsuji Miyazaki und seiner Frau „Dola“ Miyazaki am 05. Januar 1941 in Akebono-cho in Bunkyō, Tokyo geboren. Schon in der Kindheit begann er damit Flugzeuge zu zeichnen, da er wegen der Arbeit seines Vaters von Klein an mit Flugzeugen konfrontiert war. Das Fliegen und seine verschiedenen Techniken sollten später ein immer wiederkehrendes Element, und damit quasi der rote Faden, in seinen Filmen (beispielsweise „Porco Rosso“, „Das Schloss im Himmel“ oder die Kriegsflugzeuge in „Das wandelnde Schloss“) werden. Nachdem er die Schulen abgeschlossen hatte, begann er das Studium der Politikwissenschaften und Wirtschaft. Dort trat er einem Klub bei, der sich mit Kinderliteratur befasste, „weil es damals das einzige war, was einem Comic-Klub nahe kam“, wie er sagt. Hier kam bei ihm erstmals der Wunsch auf Mangaka zu werden. Allerdings war sein Talent auf das Zeichnen von Flugzeugen, Panzern und Kriegsschiffen beschränkt. Nichtsdestotrotz hielt er an diesem Wunsch fest. Durch den Animationsfilm „Erzählung einer weißen Schlange“, der als erster abendfüllender Farbanime Japans gilt, wurde er dazu ermutigt, eigene Animationsfilme zu produzieren. Daraufhin näherte er sich der Fähigkeit, menschliche Körper zu zeichnen. Beeinflusst wurde er in seinem Stil u.a. von Tezuka Osamu, dessen stilistische Merkmale er erst endgültig ablegen musste, um seinen eigenen Zeichenstil finden zu könnte. Im Jahr 1963 fing er an für Tōei Animation als Animator zu arbeiten, wo auch schon sein Vorbild Tezuka Osamu tätig war.

Heidi Screenshot Heidi Screenshot Heidi Screenshot

1971 verließ Miayazaki Tōei und arbeitete in den darauf folgenden Jahren für mehrere Studios. In dieser Zeit entstanden, an der Seite seines späteren Weggefährten und Ghibli-Mitbegründers Isao Takahata, für das sogenannte World Masterpiece Theater von Nippon Animation, einige Werke. Bei diesen handelt es sich unter anderem um die Kultserien „Heidi“ und „Niklaas, ein Junge aus Flandern“, an denen er maßgeblich beteiligt war, und deren Stil Miyazakis Arbeiten auch heute noch auszeichnen.

Future Boy Conan Screenshot Future Boy Conan Screenshot Future Boy Conan Screenshot

Für Nippon Animation realisierte Miyazaki 1978 auch die 25-teilige Serie „Future Boy Conan“, für die er das erste Mal auf dem Regiestuhl Platz nahm. 1979 verwirklichte er für TMS Entertainment seinen ersten abendfüllenden Film: „Das Schloss des Cagliostro“. Dieser war ein Feature-Film zur Serie „Lupin III“, für die er für sechs Folgen als Co-Regisseur verantwortlich war. Nach diesem Erfolg begann er die Arbeit an „Nausicaä aus dem Tal der Winde“, der 1984 veröffentlicht wurde und  als erster Film des Studio Ghibli gilt, obwohl er im Studio Top Craft produziert wurde. Das Studio Ghilbli selbst konnte erst nach dem finanziellen Erfolg von „Nausicaä“ im Juni 1985 gegründet werden. In der Folge entstanden unter Federführung von Hayao Miyazaki (auszugsweise chronologisch) „Das Schloss im Himmel“ (1986), „Mein Nachbar Totoro“ (1988), dessen titelgebende Gestalt später zum weltweit bekannten Logo des Studios aufsteigen sollte, und „Kikis kleiner Lieferservice“ (1989). Der eingangs angesprochene Film „Prinzessin Mononoke“, stellte 1997 den Rekord auf, der mit ca. 110 Millionen Euro kommerziell erfolgreichste Film Japans zu sein. Nach diesem vermeintlichen Höhepunkt der Karriere gab Miyazaki seinen Rückzug vom Filmgeschäft bekannt.

Nausicaä Verpackung Das Schloss im Himmel Verpackung Arrietty Verpackung Das wandelnde Schloss Verpackung Die Chroniken von Erdsee Verpackung Ponyo Verpackung

Jedoch packte ihn die Leidenschaft wieder und im Jahre 2001 kam „Chihiros Reise ins Zauberland“ in die Kinos. Dieser Film brach den von „Prinzessin Mononoke“ aufgestellten Rekord und ebnete den internationalen Siegeszug des Studio Ghibli. Hayao Miyazaki bekam für „Chihiros Reise ins Zauberland“ (u.a.) 2002 den Goldenen Bären auf der Berlinale und 2003 den Oscar für den besten Animationsfilm. Der  darauf folgende Film „Das wandelnde Schloss“ (2004) wurde ebenfalls mehrfach ausgezeichnet und „Ponyo – Das große Abenteuer am Meer“, Miyazakis letzter Film, wurde komplett ohne Computereinsatz animiert. Miyazakis Filme haben die Eigenschaft, gesellschaftliche Normen in Frage zu stellen und insbesondere Mädchen dazu zu ermutigen, ihrem eigenen Weg zu folgen.

Ich hoffe dieser kleine Abriss durch die Biografie des Hayao Miyazaki hat euch gefallen. Übringens veröffentlichte Universum Anime, mit der Ausnahme des Filmes „Die letzten Glühwürmchen“, der bei Kazé erschien, hierzulande alle Ghibli-Filme auf DVD, und, sofern vorhanden, auf Blu-ray. „From Up on Poppy Hill“, dessen Regisseur wie bei „Die Chroniken von Erdsee“ (2006) Hayao Miyazakis Sohn Goro Miyazaki ist, steht allerdings noch aus

Danke an Hideki, der diesen Artikel für aniBlu verfasst hat!

Quelle des Fotos: http://www.flickr.com/photos/t_p_s/2842706001/